Dachstuhlbrand Eversmeer 25.12.18

Um 17:17 Uhr alarmierte die Leitstelle Ostfriesland alle Holtriemer Ortsfeuerwehren zu einem Dachstuhlbrand. Gleichzeitig machte sich die Drehleiter aus Wittmund, das DRK Holtriem und der Rettungswagen aus Westerholt auf den Weg nach Eversmeer. Schon auf Anfahrt konnten die Einsatzkräfte die aufsteigenden Flammen aus dem Dachstuhl sehen. Was vorher nicht bekannt war: Bei dem Gebäude handelte es sich um den Kindergarten „Lüttje Kinnerhus“ an der Schulstraße. 

In dem Gebäude befand sich ebenfalls noch eine Wohnung, die von einer fünfköpfigen Familie bewohnt wurde. Der Sohn der Familie entdeckte nach einem Stromausfall zufällig das Feuer. Alle Familienmitglieder konnten sich selbstständig vor der Flammen retten. Die beiden ersten Trupps suchten im ersten Obergeschoss des Hauses nach Brandherden, wurden dort aber nicht fündig. Danach wurde versucht den Brand im Dachgeschoss zu bekämpfen. Die enorme Hitze und die Einsturzgefahr sorgten aber für den Rückzug aller Trupps aus dem Gebäude. Der Einsatzleiter, Bernd Horn, beschloss anschließend auf einen massiven Außenangriff zu setzen. Vom Boden aus und mit Hilfe der Drehleiter konnten nur mit großen Wassermengen die Flammen niedergeschlagen werden. Dies führte zwar zu einem erheblichen Wasserschaden in den unteren Stockwerken, war aber das einzige Mittel das Gebäude nicht komplett ausbrennen zu lassen. 

Der sechsstündige Einsatz beschäftigte rund 140 Feuerwehrleute. Samtgemeindebürgermeister Ahrends machte sich selbst ein Bild von der Lage, weil das Gebäude Eigentum der Samtgemeinde ist. Ortsbürgermeister Kunze war ebenfalls vor Ort. Er organisierte der nun obdachlosen Familie umgehend eine Ferienwohnung. Die Hilfsbereitschaft außerhalb der Feuerwehrreihen war enorm. Trotz des Feiertages wurde vom KBV „Ant Moor Lang Eversmeer“ umgehend das Vereinsheim geöffnet und so ein naheliegender Erholungsort für Betroffene und Einsatzkräfte geschaffen. Diesen nutzen die Frauen der Westerholter Feuerwehrleute und brachten eigens geschmierte Brote, Kaffee und Kaltgetränke vorbei. Brot, Wurst und Käse wurde dabei vom Markant Markt in Blomberg herausgegeben, der ebenfalls trotz Feiertag der Feuerwehr die Tür öffnete. 

Die Gefühlslage nach diesem Einsatz ist folglich sehr gemischt in den Reihen der Einsatzkräfte. Die Betroffenheit über den großen Verlust der Familie steht ganz vorne an! Glücklich sind wir aber auch, weil die Verluste lediglich von materiellem Wert sind. Und dann sind wir aber auch überwältigt von der Solidarität in diesem Einsatz. Angefangen beim KBV „Ant Moor Lang Eversmeer“ über unseren Feuerwehranhang, dem Markant Markt in Blomberg bis zum spontanen Organisationstalent von Bürgermeister Kunze.