Jahresdienstversammlung der Ortsfeuerwehr Ochtersum / Besondere Anerkennung und Ehrung für Hinrich Freese für 75 Jahre Mitgliedschaft / Kinderfeuerwehr „Feuerfüchse Ochtersum“ in den Startlöchern

Das Einsatzgeschehen war wieder sehr viel vielfältig und reichlich, so war dem Jahresbericht des Ortsbrandmeisters Dieter Dirks zu entnehmen. Neben Brandeinsätze (26 Einsätze insgesamt; 5 Kleinbrände, 1 Mittelbrand und 1 Großbrand) gab es diverse Hilfeleistungen  wie z.B wegen der starken Regenfälle und Stürme im Sommer und im Herbst. Zusätzlich gab es 1 Personensuche. Leider konnte die gesuchte Person nur noch tot geborgen werden.  Der neuangeschaffte Einsatzleitwagen 1 ELW 1 wurde mindestens einmal im Monat gerufen. Bei Einsätzen wird dieses Fahrzeug, das für die Kommunikation und Koordination angeschafft wurde grundsätzlich alarmiert. Dieses Fahrzeug bildet eines der Kernaufgaben der Feuerwehr Ochtersum und ist bei allen Schadenslagen unverzichtbar. Die Dienstbereitschaft war bei der Ochtersumer Wehr zu jeder Tages- und Nachtzeit vorbildlich, so ist dem Jahresbericht zu entnehmen.

Viele Ausbildungsstunden wurden mit dem neuen Fahrzeug bereits abgeleistet, zumal eine ganz neue Technik in dieses Fahrzeug installiert wurde, die sehr komplex gestaltet ist. Ebenfalls wurde in 2017 eine neue Pumpe angeschafft. Die sogenannte Tragkraftspritze war eine Ersatzbeschaffung. Die im Jahre 1991 angeschaffte TS war nunmehr abgängig und musste ersetzt werden. Im Löschgruppenfahrzeug wurde wegen der besseren Ergonomie hierfür sogar ein spezieller Lifter montiert. Ebenfalls wurden einige kleinere Investitionen getätigt.

Der Dienstbetrieb wurde im vergangenen Jahr wöchentlich durchgeführt. Es wurden insgesamt 3.300 Dienststunden geleistet. Hinzu kommen etlichen Stunden für Vor- und Nachbereitung sowie Tagungen und Veranstaltungen für das allgemeine Feuerwehrwesen. Viele Stunden wurden ebenfalls geleistet wegen der Vorgänge rund um  das Feuerwehrwesen in Holtriem. Wochenlange Diskussionen aber auch Uneinigkeit von Politik und Feuerwehr zerrten an den Nerven der Führungskräfte aber auch aller Feuerwehrkameraden nicht nur in Ochtersum. Eine einvernehmliche Lösung wurde aber Gott sei Dank gefunden, so Dirks weiter. „Jetzt müssen wir nach vorne schauen. So die einhellige Meinung aller Anwesenden. Die Feuerwehr solle laut des Rates der Samtgemeinde Holtriem mehr Mitglieder akquirieren. „Das haben wir mit unserer „Löscheimer-Aktion“ geschafft“, so Dirks. Insgesamt wurden 4 Kameradinnen und Kameraden neu in die Feuerwehr aufgenommen.

Auch eine Kinderfeuerwehr soll jetzt dieses Jahr am 14.04.2018 gegründet werden. Anmeldungen werden übrigens noch entgegen genommen von den Betreuerinnen. Vorab wurden schon einige Schnupperdienste mit mehr als 25 Kindern durchgeführt. Die Resonanz ist sehr erfreulich. Bei dieser Gelegenheit dankte Dirks den verantwortlichen Betreuerinnen Anke Manott, Carina Tannen, Sonja Janssen und Nicole Juhnke für das aufopferungsvolle Engagement während dieser Findungsphase. Dies ist ebenfalls ein wichtiger Baustein für den Erhalt der Feuerwehr Ochtersum. Ziel ist es alle 4 Ortsfeuerwehren zu erhalten, so die einhellige Meinung aller Führungskräfte in Holtriem. (wir berichteten am 10.01.2018)

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Neben dem Einsatzgeschehen und dem Dienstbetrieb war die Feuerwehr Ochtersum aber auch bei vielen Veranstaltungen in Ochtersum und überregional mit von der Partie. Auch einige Übungen intern aber auch eine Kreisbereitschaftsübung standen wieder auf dem Dienstplan. Zum Mitgliederstand konnte Dirks vermelden, dass derzeit 30 Feuerwehrfrauen und Männer aktiven Feuerwehrdienst in Ochtersum versehen. 13 Jungen und Mädchen gehören der Jugendabteilung an. Mit 13 Mitgliedern in der Ehrenabteilung und 47 fördernden Mitgliedern kommt die Ochtersumer Feuerwehr auf 103 Mitglieder. Tendenz ist steigend, so Dirks.

Jugendfeuerwehrwart Wessel Heyken berichtete über Mitgliederbewegungen und den Dienstbetrieb in der Jugendabteilung. Über 180 Stunden Feuerwehrtechnik und allgemeine Jugendarbeit wurden abgeleistet. Höhepunkt war das Zeltlager der Jugendfeuerwehren aus der Samtgemeinde Esens und Holtriem in Ochtersum. Eine Fahrt zum Serengeti-Park wurde unternommen. Ein Nachtmarsch wurden ebenfalls durchgeführt Eine ganz wichtige Prüfung sprich Leistungsspange wurde mit Bravour gemeistert. Die vielfältige Mischung aus Feuerwehrtechnik und allgemeiner Jugendarbeit fördert die jugendlichen Mitglieder für Teamarbeit und Zusammenhalt. Mit dem gewissen Zeitgeist aber auch das Programm der Jugendfeuerwehr ist die Jugendfeuerwehr aus dem Dorfgeschehen nicht wegzudenken. Zusammen mit der Kinderfeuerwehr wird es gelingen den demografischen Wandel entgegenzutreten, so ergänzte Ortsbrandmeister Dirks.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Erwin Reiners und Holtriems Samtgemeindebrandmeister Ingo Kruse gaben in ihren Jahresberichten einen Überblick vom überörtlichen Feuerwehrgeschehen. Reiners und Kruse lobten dabei die Arbeit mit dem neuen ELW aber auch das Vorhaben eine Kinderfeuerwehr zu gründen. Auch Joachim Albers von der Polizeistation, sowie Samtgemeindebürgermeister Jochen Ahrends und Ochtersums Bürgermeister Franz Pfaff dankten für die stete Einsatzbereitschaft und stets gute Zusammenarbeit. Ahrens bezeichnete die Anschaffung des neuen ELW als gute Investition. Die Diskussionen um die Feuerwehrstandorte waren auch für den Bürgermeister eines der wichtigsten Themen im Jahr 2017 gewesen. Auch er freue sich um eine einvernehmliche Lösung.

Eine besondere Ehrung wurde dem langjährigen Ortsbrandmeister Hinrich Freese zuteil. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Erwin Reiners zeichnete Freese mit dem Ehrenzeichen des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes für 75-Jährige Mitgliedschaft aus. Hinrich Freese, der dieses Jahr seinen 91. Geburtstag feiert, trat 1943 in die Feuerwehr Ochtersum ein und war von 1965 bis 1986 zuerst Gemeindebrandmeister für die eigenständige Gemeinde Ochtersum; später Ortsbrandmeister in Ochtersum. Von 1973 – 1979 sogar stellv. Samtgemeindebrandmeister in Holtriem. Reiners erinnerte in seiner Laudatio an die vielen Ereignisse, Anschaffungen und Veränderungen, die in die Amtszeit von Freese fielen. Er ist in den Kriegsjahren in die Feuerwehr eingetreten und hat umfassende Entwicklungsschritte der Feuerwehr miterlebt und mitgestaltet.

Unter dem Tagesordnungspunkt der Ernennungen und Beförderungen erhielt Maren Heyen die Ernennung zur Oberfeuerwehrfrau. Zum Hauptfeuerwehrmann  wurde Sebastian Sonnen befördert. Den Pokal für die beste Dienstbeteiligung errang Eike Dworak mit 183 Stunden für die Allgemeinheit.