In der Samtgemeinde Holtriem ist Feuer unterm Dach, denn bei den Wehren brodelt es. Auflagen der Feuerwehrunfallkasse zwingen die Kommune dazu, in ihre Wehren und vor allem deren Standorte zu investieren. Und das kostet Millionen. Dass dabei gespart werden soll, ist angesichts klammer lokaler Kassen nur logisch – oder auch nicht.

Denn in Holtriem wurde angesichts eines großzügigen Sportstättenförderungsprogramms zuletzt nicht gerade der Eindruck erweckt, als nage man am Hungertuch. Auch könnte Otto-Normal-Verbraucher angesichts der vielen Windparks in der Gemeinde, die ja nicht zuletzt genehmigt wurden, weil sie angeblich viel Geld in die Gemeindekassen spülen, denken, dass Pecunia reichlich vorhanden ist.

Da verwundert es dann doch, dass bei dem Bau von neuen Feuerwehrgerätehäusern plötzlich drastisch gespart werden soll: drei statt vier Häuser und drei statt vier Wehren. Das haben sich die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung bei der Samtgemeinde fein zurecht gelegt und ihre Wehren förmlich damit überrumpelt. Als Alibifunktion hat man die aktiven Feuerwehrleute aber noch an einer Abstimmung teilnehmen lassen, deren Ergebnis vorab an allen Fingern einer Hand abzulesen war.

Das war sicherlich nicht die „feine englische Art“, mit der Politik und Verwaltung in diesem Fall vorgegangen sind. Von einem ähnlich missratenen Versuch in der Gemeinde Brookmerland haben die Verantwortlichen anscheinend nichts gehört, geschweige denn gelernt.

Daher sollten alle Beteiligten noch einmal tief durchatmen und bei Null wieder anfangen und einen Kompromiss suchen, denn eines ist sicher: Retten, bergen, löschen, schützen – auch in Holtriem werden die Feuerwehren in Zukunft immer wieder gefordert sein. Und dann kommt es auf jeden Mann und jede Frau an.

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Quelle: Harlinger