In der Samtgemeinde Holtriem rumort es seit Wochen gewaltig. Grund ist das neue Feuerwehrentwicklungskonzept der Samtgemeinde, das am 28. September im Rat beschlossen werden soll. Und das sieht vor, dass die Wehren Blomberg und Westerholt neue Domizile erhalten. Ein dritter Neubau soll dann auch noch in Utarp entstehen – für die fusionierten Wehren Schweindorf und Ochtersum. Und das sorgt vor allem in Ochtersum für einen Aufschrei.

Nach Inspektion der Feuerwehrunfallkasse besteht für viele Feuerwehrgerätehäuser im Land Handlungsbedarf. So auch in Holtriem, wo in vier Ortswehren – Blomberg, Westerholt, Schweindorf und Ochtersum – Dienst getan wird. An allen vier Standpunkten muss etwas geschehen, wobei der Neubau eines Gerätehauses mit rund 1,3 Millionen Euro veranschlagt wird.

Bei den Beratungen über die Zukunft der Feuerwehren in Holtriem fühlen sich die Blauröcke nach Informationen unserer Zeitung teils übergangen, teils überrumpelt. Größtes Ärgernis ist aber offensichtlich ein Fragebogen, der allen Aktiven der Wehr von der Samtgemeinde zugeschickt wurde.

Bei drei Antwortmöglichkeiten bot sich eine davon für zwei Wehren, denen dabei ein neues Gebäude versprochen wurde, förmlich an: Blomberg und Westerholt. Ebenso eindeutig war, dass sich die Wehren Schweindorf und Ochtersum dagegen aussprechen würden.

Am Ende hieß es somit 2:2 nach Standorten, allerdings 63:59 nach Mitgliedern für Neubauten in Blomberg und Westerholt sowie der Fusion Schweindorf/Ochtersum mit einem Neubau in Utarp. Für die Ochtersumer, denen, wie zu hören ist, unterschwellig mangelnde Einsatzfähigkeit unterstellt wird, ein Unding. Sie verweisen darauf, dass sie ihren Aufgaben stets ordnungsgemäß nachgekommen sind. Und sie unterstreichen außerdem, dass sie fester Bestandteil des örtlichen Dorflebens sind, das mit ihrem Verschwinden einen großen Verlust erleiden würde.

Politik und Verwaltung sehen dagegen keine Möglichkeit für ein neues Feuerwehrgerätehaus für die Ortsfeuerwehr Ochtersum.

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