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Heymann und Claußen: Deutliche Kritik an Sparpolitik in Holtriem beim Thema Feuerwehr.

WITTMUND. Die Wertschätzung der Arbeit von ehrenamtlichen Rettungskräften stand gestern beim „Tag der Blaulichter“ ganz klar im Vordergrund. Hunderte von Menschen zeigten durch ihr Kommen, was ihnen das Zusammenspiel der vielen Kräfte wert ist. Einen Blick hinter die Kulissen des erst kürzlich durch mehrere Hallen erweiterten Katastrophenschutzzentrums zu werfen – diese Chance nutzten am sonnigen Sonntag, der gleichzeitig zur Bundestagswahl viele Menschen mobil machte, sehr viele Bürger aus dem Landkreis Wittmund. Schon am frühen Mittag zeigte sich Kreisbrandmeister Frank Gerdes begeistert über den guten Zuspruch. „Die Leute zeigen echtes Interesse und bringen Fragen mit. Zum Beispiel zum richtigen Verhalten, wenn es wirklich zu Hause mal brennt“, sagte er. Zu diesem Thema gab es viele Vorführungen auf dem Gelände, sogar Landrat Holger Heymann durfte ausprobieren, wie man einen Papierkorb löscht, wenn der im Büro in Flammen gerät. Das Rauchzelt mit Kunstnebel war Publikumsmagnet für viele, die sich im Ernst eine solche Situation nicht vorstellen möchten.

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Aber auch die ehrenamtliche Arbeit rund um die Lebensrettung von Menschen fand großen Zuspruch von Besuchern: So zeigte die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft ihre Fahrzeuge und Boote der Ortsgruppen Esens und Wittmund, die Polizeiinspektion Aurich/Wittmund war mit viel Programm dabei und vermittelte unter anderem auch spielerisch für die Kinder einen Eindruck von dem Beruf mit meist ernstem Hintergrund. Auch die Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse war mit ihren Vertretern aus Aurich vor Ort: Hilfe nach Brand oder Sturm, aber auch Brandschutzerziehung waren die Themen, die sie im Gepäck hatte.

Oldtimerfahrzeuge aus allen Bereichen und besonders die amerikanischen Modelle des Vereins „Police Car Owners of America European Chapter“ begeisterten die Autofans. Das Technische Hilfswerk demonstrierte seine Einsatzkraft, Rettungshunde bewahrten trotz der Menschenmenge eine ruhige Nase und das Jugendwerk war sehr präsent und hielt die Veranstaltung mit Film und Foto für die Erinnerung und Dokumentation fest.

Wertschätzung war übrigens auch der Tenor der Begrüßungsreden von Landrat Holger Heymann und Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen, die beide nicht mit ihrer Kritik zur derzeitigen Diskussion um die Holtriemer Feuerwehr sparten (wir berichteten). „Es darf nicht gefragt werden, was uns die Feuerwehr kostet, sondern was sie uns wert ist“, so Holger Heymann. Rolf Claußen wünschte sich von seinen politischen Nachbarn eine Rückkehr zur Sachlichkeit. Auch er betonte: „Kosten sind bei diesem Thema nicht die entscheidende Frage“.